
Ridly Greig #71, Henrik Haukeland #33
Prague Arena, Prague CZE © Puckfans.at / Andreas Robanser
Kanada hat ein ausgezeichnetes Kader. Doch in die Gänge kamen sie trotz des 4:1 auch gegen Norwegen nicht.
Eines vorneweg. Wer zur zweiten Drittelspause mit 21:0(!) Schüssen vorne liegt, müsste höher als 2:0 führen. Gerade mit diesem Kader, den die Kanadier an diesen Weltmeisterschaften auf dem Eis hat. Doch irgendwie gelingt den Ahornblättern nicht viel zählbares in diesem Spiel. Brandon Tanev konnte die Kanadier in der 12. Minute mit 1:0 in Führung bringen. Dazu brauchte es indes auch Glück. Hätte der norwegische Coach Tobias Johansson eine Coaches Challenge genommen, er hätte wohl recht bekommen. Beim Treffer stand Tanev im Torraum. Bei einer ähnlichen Situation im Nachmittagsspiel gaben die Schiedsrichter den Treffer nicht.

Brandon Tanev #13, Noah Steen #12
Prague Arena, Prague CZE © Puckfans.at / Andreas Robanser
Das zweite Drittel begannen die Kanadier konzentrierter und besser. In der 23. Minute konnte Andrew Mangiapane auf 2:0 stellen. Danach rannten die Kanadier, erneut, an. Die Norweger liessen viele Abschlüsse zu. Doch diese waren nicht überaus gefährlich oder wurden eine Beute von Henrik Haukeland.Und Norwegen? Wie bereits erwähnt konnten die Wikinger in den ersten beiden Drittel keinen einzigen Schuss auf das Tor der Kanadier bringen. Zum einen weil die Kanadier die eigene Zone gut verteidigten, zum anderen, weil die Norweger mit Mats Zuccarello der offensive Motor fehlte. Der Freigeist im Sturm der Norweger fehlte merklich.
Die Kanadier waren bemüht, das Spiel in ihren Händen zu behalten. Doch mit dem zweiten Abschluss der Norweger in der 43. Minute konnten diese jubeln. Stian Solberg traf zum 1:2 Anschluss. Nun waren die Kanadier gefordert, nicht wieder die gleichen Fehler zu begehen wie gegen die Österreicher. Und doch taten sie es. Auf einmal fasste der Gegner Mut und kam besser ins Spiel. Doch die Abschlussversuche blieben bescheiden.
Typisch für die Kanadier war in der 47. Minute eine Strafe an Connor Bedard. Nach dem er einen Gegner aus dem Spiel genommen hatte, musste der Youngstar wegen übertriebener Härte auf die Strafbank. Und dies in der offensiven Zone! Würde dies bestraft werden?

Johannes Johannesen #4, Henrik Haukeland #33, Brandon Tanev #13
Prague Arena, Prague CZE © Puckfans.at / Andreas Robanser
Kaum war das Anspiel ausgeführt, entwischte der Kanadier Dylan Cozens und erwischte Torhüter Haukeland mit einem trockenen Handgelenkschuss zum 3:1.
Die Norweger ärgerten sich zu Recht und setzten sich im Powerplay ein erstes Mal in der Kanadischen Zone fest. Die Kanadier hielten indes in der Box dagegen und liessen keinen weiteren Abschluss mehr zu.
Die Kanadier legten nun eine Schippe drauf. Immer wieder tauchten sie gefährlich vor Torhüter Haukeland auf. Dieser wehrte sich, zusammen mit seinen Teamkollegen, mit Händen und Füssen und manchmal auch mit dem Kopf gegen einen weiteren Treffer der Ahornblätter. Vorerst mit Erfolg.
In der 54. Minute erlebten die Kanadier fast einen erneuten Throwback. Die Norweger waren ganz knapp vor einem weiteren Treffer. Noch auf der Torlinie rettete indes Nicolas Daws vor dem vermeintlichen Tor.

Nico Daws #35, Thomas Berg-Paulsen #23
Prague Arena, Prague CZE © Puckfans.at / Andreas Robanser
In den letzten zwei Minuten ersetzte der Trainer der Norweger Johansson seinen Torhüter durch einen sechsten Feldspieler und bezog sein Time-Out. Dies brachte die Norweger wieder in die Nähe eines möglichen Treffers. Es kam indes wie es bei solchen Situationen fast immer kommt. Jared McCann traf in das leere Tor der Norweger zum 4:1. Am Ende konnten die Kanadier eine weitere Blamage abwehren. Doch der Zuschauer fragt sich, was mit diesem kanadischen Team los ist? Eine Steigerung muss kommen. Vor allem weil die nächsten Begegnungen der Reihe nach Finnland, Schweiz und Tschechien heissen.